Heilung von Asthma durch Yoga

Asthma steht hier als Symbol für alle möglichen Krankheiten. Als ich jung war, litt ich unter schwerem Asthma, und das wirkte sich auf mein ganzes physisches, emotionales und gedanklich-seelisches Wohlbefinden aus. Ich war dadurch gelähmt. In vielerlei Weise hat es meinen ganzen Lebensstil verzerrt und hat mich von vielen Dingen abgehalten, die ich gerne gemacht hätte. Aber glücklicherweise begegnete ich Yoga. Vor einigen Jahren habe ich mit den Anfangsübungen begonnen, und heute bin ich vollkommen geheilt.

Die westliche Medizin glaubt nicht, dass es eine Heilung für Asthma gibt. Dies weiß ich aus persönlicher Erfahrung und von dem, was meine Lehrer mir während meines Studiums vermittelt haben. Das gilt auch für viele andere Krankheiten, wie Krebs, Diabetes, Hypertonie. Hier im Ashram hilft Swamiji den Menschen durch Yoga. Und es besteht die Möglichkeit, selbst so genannte unheilbare Krankheiten hier zu heilen. Ich glaube, dadurch kann der medizinischen Fachwelt deutlich gemacht werden, welche Kraft Yoga hat und wie Swamijis Lehren wirken.

In "Asthma und Yoga" kann jeder von uns eine Kombination oder eine Vereinigung von zwei verschiedenen Konzepten oder Idealen des Heilens entdecken und kann der Beginn zu einer neuen Wahrnehmung sein. Das eine wird mit dem medizinischen Wort "Asthma" ausgedrückt, und das andere liegt in dem Sanskritwort "Yoga". Hier liegt die Vereinigung von Ost und West. Mein Leiden konnte durch sechsjähriges rigoroses Training und Harmonisierung geheilt werden. und ich hoffe, dass durch dieses Beispiel die hemmenden Grenzen in der Medizin beseitigt werden können und eine Öffnung für das wunderbare Yogasystem möglich wird.

Asthma ist eine Krankheit des Atemsystems. Was bedeutet es, wenn man eine solche Krankheit hat? Was ist dieses Atemsystem? Nun - als Grundelement sind da die Lungen, aber es gibt noch viele andere Faktoren: die Nase, die Luftröhre, der Brustkasten, Muskeln, Schultern, u.a.. Dies alles wirkt zusammen, und dann entsteht ein leichter und entspannter Atem. Aber was die meisten von uns vermissen, und was ich selber so lange Zeit vermissen musste, ist die Wahrnehmung, was da in uns vorgeht. Wenn nur einmal wahrnimmst, dass du fortwährend und ununterbrochen atmest, dann wirst du erkennen, wie absolut fantastisch und vollkommen und gleichzeitig ganz einfach dieser ganze Ablauf ist.

Durch die medizinische Wissenschaft ist es uns möglich, unseren ganzen Körper wahrzunehmen, und durch Yoga können wir unser Bewusstsein, unsere Gedanken, unsere Gefühle und unseren Geist wahrnehmen. Wenn wir also einmal wahrnehmen, dass wir einen Atemtrakt haben, dass wir einen komplizierten Körper haben, den wir vollkommen benutzen können, dann können wir durch Yogaübungen diese Potentiale nutzbar machen.

Das Atemsystem ist nur ein Bereich. Es gibt andere Organe im Körper, die vielleicht noch fantastischer sind. Das Hirn, das Herz, die Hand, das Verdauungssystem, die Zunge, die Nase, die Ohren, die Augen - alles. Wenn du darüber nachdenkst und dir das deutlich machst, wirst du zur wunderbarsten Schöpfung auf der ganzen Erde. Also warum werden wir krank? Warum bekommen wir Asthma? Es ist eine schwierige Frage, und jeder muss versuchen, sie für sich selbst zu beantworten. Und um diese Antwort finden zu können, müssen wir zuerst einmal aussortieren und uns der verschiedenen Teile unseres Körpers bewusst werden. Erst dann können wir vollkommen verstehen, warum wir eine Krankheit haben.

Mit Pranayama können wir unsere Gedanken und unser Gemüt und unseren Körper entspannen. Mit den Lungen empfangen wir Leben. Wir schalten uns in den Lebensrhythmus ein durch unsere Nase, denn nur durch die Nase sollten wir atmen. Wir sind mit dem endlosen Meer des Lebens durch den Atem verbunden; der Atem erhält das individuelle Leben. Von dem Moment an, wenn wir aufhören zu atmen, können wir noch drei Minuten leben - es sei denn, wir sind ein hoch entwickelter Yogi. Asthma hindert uns daran, uns in dieses Lebensmeer einzuschalten. Es ist eine ungeheuer schwächende und hemmende Krankheit. Durch Kontrolle, Willenskraft und Entschlusskraft und durch regelmäßiges Üben kann Asthma geheilt werden. Es braucht seine Zeit. Ich habe viele Jahre gebraucht; und wenn ich dachte, ich sei geheilt, war ich noch lange nicht geheilt.

Es wird Zeit, dass jeder ernsthaft daran arbeitet, Krankheiten, die jeder von uns hat, aus Körper und Bewusstsein zu entfernen; dann können wir ganz werden, ein organisches Ganzes bilden, das bedeutet Einheit.

Asthma kann geheilt werden. Dies ist die persönliche Erfahrung des Autors, wie er durch Yoga von Asthma und physischer Schwäche geheilt wird und seine Gesundheit sich festigt; ein Testament der erstaunlichen Yogapotentiale. Dieses Buch enthält alle Grundfakten über das Atemsystem, Asthma, seine Ursachen und Wirkungen. Es ist ein kompletter Führer durch alle speziellen Yogatechniken, die für Menschen, die an Asthma oder Bronchialproblemen leiden, hilfreich und notwendig sind, wie Asanas, Pranayama, Reinigungstechniken, Yoga Nidra, Mantra und Ernährung.

(Aus: YOGA Heft Nr. 3; Yoga Magazin Februar 1977) - Dr. Swami Shankardevananda Saraswati M.B.B.S.

Forschung in der Bihar School of Yoga zu Asthma und Yoga

Die Bihar School of Yoga wurde 1964 von Swami Satyananda Saraswati gegründet und wurde überall auf der Welt als ein Zentrum bekannt, in dem ein systematisches Yogatraining möglich ist. Das wachsende Verlangen nach einem strukturierten und wissenschaftlichen Yogasystem, das von der wissenschaftlichen und medizinischen Welt akzeptiert werden kann, hat Swami Satyananda veranlasst, zwanzig Jahre später die Yoga Research Foundation (YRF) zu gründen. Aufgabe der YRF ist es, zu beweisen, dass Yoga ein integrierbarer und natürlicher Weg ist, um den Körper ins Gleichgewicht zu bringen, so dass physische und psychische Leiden geheilt werden können. Das eindrucksvolle sechsstöckige Gebäude in Ganga Darshan (Munger, Nordostindien) wurde von der Bihar School of Yoga 1989 offiziell an die YRF übergeben, um dort mit Hilfe modernster Technik ihre Ziele zu verwirklichen.

Wirkungen von Yoga auf Krankheiten des Atemsystems

Wirkungen von Yoga auf Krankheiten des Atemsystems ist das erste große, über fünf Jahre angelegte Forschungsprojekt (der offizielle Beginn war im Frühjahr 1989) und ist im Besonderen auf Bronchial-Asthma ausgerichtet. Diese Doppelnummer unseres Yogaheftes (Nr. 30/31) ist diesem Thema gewidmet. Die Artikel sind dem Buch Yogic Management of Asthma and Diabetes von Swami Shankardevananda Saraswati sowie der neuen Zeitschrift: Journal of YRF - Scientific Studies on Yoga, entnommen.

Die YRF arbeitet eng mit dem Yoga Therapy Center in Sydney (Australien), und anderen Zentren, Ärzten und Wissenschaftlern überall auf der Welt zusammen. So entstand das nachfolgende Ergebnis einer Umfrage im Yoga Biomedical Trust in Cambridge, England, ob Yoga bei allgemeinen Krankheiten zur Heilung führen kann.

Der Direktor, Dr. Robin Monro, wurde durch Yoga von seinem schweren Asthma geheilt und entschloss sich danach, den Rest seines Lebens der wissenschaftlichen Erforschung der Yogatherapie zu widmen und gründete 1980 das vorher genannte Institut.

Zehntausend Fragebögen wurden an alle registrierten Yogalehrer verteilt, die sie solchen Yogaschülern weiterreichten, die sich ausschließlich in einer Yogatherapie, also keiner anderen Behandlung, befanden.

Dreitausend Fragebögen kamen zurück und zusammengefasst ist dies das Ergebnis auf die Frage: `Hat Yoga geholfen?'



Krankheiten Insgesamt Ja (%)
Rückenbeschwerden 1.142 96
Asthma oder Bronchitis 228 88
Hoher Blutdruck 150 84
Zwölffingerdarmgeschwür 40 90
Krebs 29 90
Alkoholismus 26 100
Migräne 464 80
Übergewicht 240 74
Rheuma und Arthritis 589 90
Schlaflosigkeit 542 82
Diabetis 7 86
Herzkrankheiten 50 94
Beschwerden während Wechselj. 247 83



Wir wünschen uns einen Austausch mit deutschen Yogalehrern, Ärzten und Wissenschaftlern, um die Forschungsarbeit der YRF zu unterstützen und Yoga eine größere Beachtung zu geben.

Wissenswertes über Asthma

Wir möchten mit dieser Information den Leser auf Symptome und Beschwerden bei Asthma aufmerksam machen. Wer selbst Asthma hat, ist zwar mit diesen Dingen vertraut, aber wir erhoffen uns, dass auch sie von einer logischen und geordneten Darstellung dieses Themas profitieren und in der Lage sein werden, während eines Anfalls systematisch zu handeln. Ärzte, Lehrer und andere Leser werden besser in der Lage sein, Menschen, die unter dieser Krankheit leiden, beizustehen, wenn diese einen Anfall haben.

Die grundlegende Ursache eines Asthmaanfalls ist die Verengung der Atemwege, begleitet von einer Überproduktion von Schleim, was eine weitere Blockade der Atemwege bedeutet. Ein Anfall ist durch quälende Atemnot gekennzeichnet, einhergehend mit ziehender Einatmung und stark behinderter, pfeifender Ausatmung.

Grundlegende Fakten

Asthma entsteht meistens in der Kindheit und seltener in der Lebensmitte. In der Jugend zeigt es sich bei beiden Geschlechtern mit gleicher Häufigkeit. In späteren Lebensjahren sind Männer anfälliger als Frauen. Erbfaktoren können Asthma begünstigen, aber auch hier ist eine Heilung möglich.

In engem Zusammenhang mit dieser Krankheit steht Nervosität. Auslösende Faktoren können zu vieles Grübeln und sich sorgen, Rauchen und Umweltverschmutzung sein. Nachfolgende Komplikationen, die durch Asthma entstehen können, sind Bronchitis und (seltener) Emphyseme.

Asthma ist keine unheilbare oder zum Tode führende Krankheit. Der extreme Fall `status asthmaticus' führt zu einer schweren Krankheit, aber auch dieser Zustand ist heilbar.

Asthma tritt häufig während der kalten Monate des Jahres auf, wenn der Körper übermäßig viel Schleim (Kapha) aufbaut, aber nicht verbrennen kann. Das bedeutet, der Körper erzeugt während des Stoffwechsels nicht genügend innere Hitze, um mit dem kalten Klima fertig zu werden. Auf diese Weise entsteht immer mehr Schleim, kann aber vom Körper nicht ausgeschieden werden. Dies ist mit einem Bronchiospasmus verbunden, der verhindert, dass genügend Luft hinaus kann. Atemnot, Keuchen, nach Luft ringen und Husten sind die Folgen.

Dieser Zustand verschlimmert sich durch alles, was Schleimbildung verursacht (Erkältung, stärkehaltige Nahrungsmittel wie Reis, Süßigkeiten, Milchprodukte u.a.), oder was zusätzlichen Sauerstoff benötigt (z.B. anstrengende Körperübungen). Genau genommen liegt die Ursache dieser Krankheit im Bewusstsein. Wenn mentale Energie unterdrückt wird, muss sie sich irgendwann durch Träume oder durch Krankheit zum Ausdruck bringen.

Der Anfall

Ein Asthmaanfall kommt meist nicht aus heiterem Himmel. Oft geht ihm eine kritische Zeit voraus, in der sich der Anfall anbahnt. Warnsignale sind: Depression, Lethargie, Müdigkeit, Verstopfung, starker Schleimfluss in der Nase, Zunahme der Urinmenge, vielleicht ausgelöst durch eine Stress-Situation.

Während des Anfalls ziehen sich die glatten, unwillkürlichen Muskeln der Bronchien zusammen, und die Menge der ein- und ausgehenden Luft verringert sich. Der Versuch, die Atmung wieder zu normalisieren, lässt den Asthmatiker spontan seine Atemhilfsmuskulatur des Schultergürtels, des Halses, sogar des Gesichts zu Hilfe nehmen, um die gefangene Luft auszupressen. Da diese Muskeln normalerweise zur Atmung nicht benutzt werden, ermüdet er schnell. Das wiederum erhöht seine Angst und Schwäche.

Er macht den Eindruck, als ob ihm jeder Atemzug schwer fällt. Nach einigen Stunden, manchmal erst nach Tagen, entspannen sich die Bronchialröhrchen und erlauben es dem Betroffenen, Schleim auszuhusten und in einen erschöpften Schlaf zu fallen. Falls er eine Erkältung oder Erkrankung der Atemwege hat, verschlimmert sich der Anfall noch, die Erholung verzögert sich und es besteht die Gefahr einer nachfolgenden Lungenentzündung.

Bronchitis ist eine der häufigsten Folgeerscheinungen von Asthma. Die Schleimhäute entzünden sich, und das Atmen fällt während eines Anfalls äußerst schwer, so dass ein Gefühl des Erstickens entsteht. Der Erkrankte hustet oft, meistens ohne Erfolg, um die Atemwege von Schleim zu befreien. Wenn er überhaupt in der Lage sein will, zu atmen, muss er aufrecht sitzen und sich nach vorne beugen. Aus dieser Haltung kann eine dauernde werden - ein Buckel.

Zwischen den Anfällen

Ein Asthmatiker wird mit vier Hauptproblemen zwischen den Anfällen konfrontiert. Jedes dieser Probleme macht ihn wiederum empfänglich für einen neuen Anfall. Es sind:

  1. Schwäche: Die Anstrengung, die ein Anfall kostet, führt zu körperlicher und emotionaler Schwäche, was den Erkrankten für einen neuen Anfall anfällig macht.
  2. Untätigkeit: Körperliche Schwäche hält ihn von seinen gewöhnlichen Beschäftigungen und Aktivitäten ab. Dieses Fernbleiben von den gewohnten Abläufen kann zu Depression und Gedanken an einen weiteren Anfall führen.
  3. Angst vor neuen Anfällen: Die deutliche Erinnerung an den letzten Anfall, verbunden mit Schwäche und Untätigkeit, lässt Angst entstehen und einen neuen Anfall auslösen.
  4. Haltungsschäden: Die Haltung, die der Erkrankte während eines Anfalls einnimmt, um den Atemfluss zu erhalten, wird manchmal auch zwischen den Anfällen beibehalten und kann zu Haltungsschäden führen. Diese werden durch die allgemeine körperliche Schwäche des Asthmatikers verstärkt.

Wir möchten zeigen, wie man durch Yoga diese Probleme verhindern, und dadurch weiteren Asthma-Anfällen vorbeugen kann.

Die Rolle der verschiedenen Körperysteme bei Asthma

Das Atemsystem

Kenntnis über Aufbau und Funktion des Atemsystems wird es dem Leser ermöglichen, sich richtig vorstellen zu können, was während eines Anfalls geschieht. Das Unbekannte ist meistens erheblich erschreckender als das Vertraute. Bessere Bewusstheit macht es dem Kranken möglich, mit größerer Willenskraft und einem Ziel die Energie zu lenken. Wenn man bei einer Störung seine Aufmerksamkeit mit erhöhter Konzentration auf diesen Körperbereich zentriert, beginnt bereits der Heilungsprozess.

Die Atmungsorgane

Die eingeatmete Luft passiert die Nasenlöcher oder den Mund, den Kehlkopf und die Luftröhre. Ungefähr in der Mitte des Brustkorbs teilt sich die Luftröhre in zwei Äste - die Bronchien. Jeder Bronchus führt zu einer Lunge und ist ca 10 cm lang. Die Bronchien teilen sich im Inneren der Lungen in kleinere Äste, die Bronchiolen. Diese befördern Luft von und zu den winzigen Luftsäckchen (Alveolen) der Lungen.

Die Lungen, die sich in beiden Seiten des Brustkorbes befinden, sind schwammig und porös, mit sehr elastischem Gewebe. Sie enthalten zahllose Luftzellen; in Wasser getaucht, könnten die Lungen schwimmen.

Die Bronchiolen enthalten in ihren Wänden kreisförmige Muskelfasern; sie ziehen sich durch Kontraktion dieser Muskelfasern zusammen. Diese Fasern werden entweder örtlich (z.B. durch Reizung der Bronchialwege, Infektion, Allergie usw.) oder über das durch Spannung oder andere Belastung stimulierte autonome Nervensystem aktiviert. Die Kontraktion der Bronchiolen betrachtet man als Auslöser eines Asthmaanfalls.

Eine weitere Atembehinderung entsteht durch Schleim. Die Lungenwände enthalten zwei Arten von Drüsen: Die einen sondern Schleim, die anderen Serum ab. Das Serum ist eine wässrige Flüssigkeit, die selten von den Lungen benötigt wird. Man nimmt an, dass diese Drüsen Schleimdrüsen im Ruhezustand sind. In der gesunden Lunge produzieren die Schleimdrüsen ständig ein Sekret, das Fremdkörpern wie Staub und Bazillen den vollständigen Eintritt in die Lungen verwehrt. Der Schleim wird durch ununterbrochenes, rhythmisches Schlagen der winzig kleinen haarähnlichen Verlängerungen aus den Röhrenwänden nach oben und heraus aus den Lungen bewegt. Der Hustenreflex unterstützt diesen Vorgang.

Sobald der Krankheitsprozess einsetzt, kommt ruhende Phase dieser Drüsen in Bewegung, was bedeutet, dass die Anzahl der Schleimdrüsen wächst. Die Schleimproduktion nimmt zu und verklebt die Äste so, dass das Atmen immer schwieriger wird.

Ein- und Ausatmung kommen durch die wechselseitige Ausdehnung und Zusammenziehung des Brustkorbes zustande. Während der Einatmung arbeiten drei verschiedene Muskelgruppen: Die Interkostal-Muskeln, (diese Muskeln wirken auf die Rippen), das Zwerchfell (Diaphragma), ein großes kuppelförmiges Muskelblatt, das Brust- und Bauchraum voneinander trennt, und die nebensächlichen Muskeln.

Durch das Zusammenziehen dieser Muskeln wird die Brusthöhle tiefer, länger und breiter, wodurch ein Luftsog entsteht. Durch Entspannung dieser Muskeln und das elastische Zurückweichen der Lungen wird die Luft herausgedrängt.

Folglich ist die Einatmung ein aktiver Vorgang und die Ausatmung ist im Normalzustand ein passiver. Wenn sich beim Ausatmen ein Hindernis in den Weg stellt, muss auch das Ausatmen aktiv werden. Die Bauchwand wird dann aktiv nach innen gezogen, sie drückt das Zwerchfell höher, zieht die Rippen dichter zusammen als gewöhnlich und drückt die vermehrte Luft heraus. Die Muskelgruppen, die so arbeiten müssen, ermüden rasch.

Muss ein Asthmatiker von dieser erzwungenen Ausatmung Gebrauch machen, ermüdet er schnell und die Schleimblockade vergrößert sich. Er versucht, den Schleim auszuhusten, aber je kraftloser er wird, desto unfähiger wird er, die Blockade gänzlich zu beseitigen. Hält so ein Anfall länger an, kann der Schleim sich festsetzen und verhärten und den Weg blockieren. Wenn der Anfall vorüber ist, ist der Körper in der Lage, den Schleim stückchenweise zu entfernen.

Durch die Schwächung der Atemmuskulatur ist der Kranke nicht mehr in der Lage, die gesamte Luft aus seinen Lungen zu entfernen, so dass sich diese langsam aufblähen. Das Resultat ist zunehmende Atemnot und Angst.

Das Zentralnervensystem

Das ZNS, das den Körper überwacht, befindet sich im Gehirn und im Rückenmark. Das periphere Nervensystem trägt Meldungen von und zu den willkürlichen Muskeln und den sensorischen Empfängern. Das autonome Nervensystem reguliert und überwacht die unwillkürlichen Bewegungsabläufe im Körper, - den Herzschlag, das normale Atmen, die Peristaltik der Eingeweide und die Bronchialmuskulatur.

Das autonome Nervensystem besteht aus dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Durch den Sympathikus werden lebenswichtige Abläufe beschleunigt, während der Parasympathikus diese verlangsamt. Diese beiden Systeme arbeiten autonom, und in einem gesunden Körper sind sie gut aufeinander eingestellt.

Durch Schwächung des Atem-Mechanismus im asthmatischen Verlauf gerät das autonome Nervensystem aus dem Gleichgewicht. Das parasympathische Nervensystem hält die dauernde Belastung nicht aus und erschlafft, der Sympathikus kann jedoch allein mit dieser Belastung nicht fertig werden. Wenn Belastung von einem auf den anderen Teil des Systems verlagert wird, verursacht das weitere Schwächung des gesamten Nervensystems.

Die Muskeln

Muskeln sind das Grundelement für Bewegungen im Körper. Sie werden durch das Nervensystem gesteuert und über das Blut ernährt. Es gibt zwei Arten von Muskeln: Skelettmuskeln, die willkürlich arbeiten, und die glatten Muskeln, die gewöhnlich unwillkürlich arbeiten. Wir möchten hier bemerken, dass sich durch fortschreitende Yoga Praxis die glatten Muskeln ebenfalls willkürlich steuern lassen.

In den Lungen befinden sich beide dieser Muskelarten. Während eines Asthmaanfalls zieht sich der glatte Muskel in den Bronchialästen zusammen und lässt weniger Luft passieren. Der Skelettmuskel in der Brustwand ist durch Panik vor dem Beginn eines Anfalls ebenfalls kontrahiert.

Die Blutgefäße

Der mit der Luft eingeatmete Sauerstoff dringt durch die dünnen Wände der Lungenbläschen (Alveolen) und gelangt ins Blut. Die Blutgefäße befördern Sauerstoff, um den Körper zu ernähren. Die erste Handlung eines Neugeborenen ist ein kräftiges, lebensbejahendes Einatmen.

Fehlerhafte Atmung bewirkt unzureichende Sauerstoffaufnahme im Blut und führt zu Anhäufung von Abfallstoffen, Kohlendioxyd. Ein Stadtbewohner z.B. hat normalerweise eine flache Atmung und benutzt nur den oberen Teil der Lungen. Eine solche Atmung kann man leicht korrigieren.

Die yogische Atmung trainiert die Atemmuskulatur und die Lungen und öffnet viele der Alveolen, die normalerweise geschlossen sind. So wird das Blut besser mit Sauerstoff versorgt und führt zu besserer Gesundheit und verminderter Spannung und Belastung.

Die Lymphgefäße

Die Lymphgefäße sammeln Abfallmaterial, das von den Blutgefäßen nicht aufgenommen wurde. Die Lymphen, Nerven, Arterien und Venen laufen alle zusammen, man kann sie in vier oder fünf Röhren nebeneinander liegen sehen. Ihre gute Zusammenarbeit ist lebensnotwendig.

Der Lymphfluss erfordert Muskelarbeit, z.B. harte körperliche Arbeit. In der Stadt findet man kaum noch so eine Art Arbeit, deshalb treten die Yogaübungen an ihre Stelle.

Den Wirkungen entgegenwirken

Einige Probleme, mit denen der Erkrankte nach einem Anfall konfrontiert ist, wurden bereits angesprochen. Es werden jetzt Möglichkeiten aufgezeigt, um diese Probleme zu überwinden.

Die Körperhaltung

Die Körperhaltung ist ein Problem vieler Asthmatiker. In einigen Fällen kommt es aufgrund körperlicher Schwäche zu einer andauernd rundschultrigen Körperhaltung, was weitere Veränderungen der Körperstruktur nach sich zieht. Bevor die Gesundheit wieder hergestellt werden kann, müssen diese grundlegenden Deformationen korrigiert werden. Glücklicherweise kann die fehlerhafte Körperhaltung leicht durch Yoga verändert werden. Durch die Asanas werden Defekte korrigiert, während sie gleichzeitig zur ganzheitlichen Gesundung beitragen.

Durch das Rückenmark werden lebenswichtige Informationen auf dem Weg der unzähligen Nervenstränge in den Körper getragen. Um gute Versorgung zu ermöglichen, muss das Rückgrat beweglich sein. So haben die Nerven, die hier aus dem Rückenmark heraustreten, einen klaren und freien Durchgang, um Informationen richtig weiterzuleiten. In krummer Haltung werden Informationen unkorrekt weitergegeben.

Im Allgemeinen scheinen Asthmatiker ihrer gebeugten Wirbelsäule keine Beachtung zu schenken. Das mag daher kommen, dass sie die Notwendigkeit einer Korrektur nicht sehen, oder, wahrscheinlicher, die Atmung vorrangig ist. Tatsache ist, dass die krumme Haltung zu einem weiteren Teufelskreis führt: Die Brustmuskulatur wird in einem solchen Maße beansprucht, dass der Atemmechanismus seine Leistungsfähigkeit verliert. Zusätzlich werden die Wirbelsäulennerven beengt und eingeklemmt. Die Information, die zum Gehirn geht, meldet: Achtung, Krankheit im Anmarsch. Nerven sind eingeklemmt, Lungen krank, Körper geschwächt. Die für die normale Funktion benötigte Information ist verzerrt.

Wenn diese schlechte Haltung über einige Zeit bestehen bleibt, wird es immer schwieriger, sie zu verbessern. Mit fortschreitendem Alter versteifen die Knochen der Wirbelsäule und eine Korrektur wird unmöglich. Um den Heilungsprozess einzuleiten, müssen einige Dinge erkannt werden:

Man muss lernen, herauszufinden, welche Bereiche des Körpers der meisten Beachtung bedürfen. Dorthin sollte man seine Wahrnehmung bringen. Es ist bereits ein erster positiver Schritt, wenn man die Wahrnehmung in bestimmte Problembereiche trägt, (Lungen, Brustkorb, Wirbelsäule, Rückgrat, Nervensystem). Es lohnt sich, sich immer wieder daran zu erinnern, dass positive Gedanken, die auf einen Körperbereich gelenkt werden, gleichzeitig Heilungskräfte anregen.

Das Wichtigste ist, dass man seine eigenen positiven Kräfte in Gang setzt, um sich selbst zu heilen. Das ist der Anfang, um aus dem Teufelskreis Krankheit herauszukommen, und das kann nur von dem Betroffenen selbst vollzogen werden.

Vorschläge zur Verbesserung der Haltung

Oberster Grundsatz: Stühle sind ein Hindernis zu einer guten Haltung. Nur wenige Stühle sind unter Berücksichtigung der verschiedenen Anforderungen derjenigen gemacht, die auf ihnen sitzen.

Wir empfehlen deshalb das Knien oder Sitzen mit gekreuzten Beinen auf dem Boden. Finde eine komfortable Haltung und kultiviere diese. Mit der Zeit wirst du in der Lage sein, länger in dieser Haltung zu sitzen und sie zum Ausruhen bevorzugen. Auf dem Boden zu sitzen, hat den zusätzlichen Vorteil, dass du jederzeit eine Asana ausführen kannst, indem du ein Bein hierhin oder dorthin verlagerst. Beim Lesen kannst du z.B. in der Krokodilshaltung (Makarasana) liegen, wenn das Sitzen mit gekreuzten Beinen zu ermüdend ist.

Wenn du auf einem Stuhl sitzt, so versuche, einen zu benutzen, der keine Armlehnen hat und denke immer daran, eine gute Haltung einzunehmen. Das Flegeln auf Stühlen ist eine Angewohnheit, die sich die meisten von uns durch das jahrelange Sitzen in Klassenräumen angewöhnt haben. Wenn du merkst, dass du nachlässig sitzt oder der Rücken müde wird, strecke dich nach hinten über die Lehne des Stuhls. Ein guter Seufzer wird die Spannung lösen. Das kann sehr vorsichtig und mit etwas Geschwindigkeit gemacht werden, um die Wirbel einschnappen zu lassen. Die Wirbel werden sich durch diese Bewegung wieder richtig ordnen, dabei die Wirbelsäulennerven befreien und die Wirbelsäule beweglicher machen. Eine Reihe von `Klicks' bringt gewöhnlich eine tiefe Entspannung des Rückens, was zeigt, dass die Wirbelsäule sich auf dem Wege der Besserung befindet.

Eine einfache und nützliche Übung für die Wirbelsäule ist folgende: Stehe mit beiden Füßen fest auf dem Boden, bringe die Arme in Schulterhöhe. Halte die Hüften steif und bewegungslos, und schwinge die Arme um den Körper. Führe diese Bewegung mit der oberen Hälfte des Körpers aus, von der Taille aufwärts, und schwinge so weit wie möglich. Das ist Kati Chakrasana.

Nasale Faktoren bei Asthma

Die nasalen Passagen sind genauso Teil des Atemsystems, wie die Lungen, und können wie diese Anlass für den Zustand der Unausgewogenheit, woraus Asthma resultiert, sein. Meistens ist Nasenverstopfung eine häufige Erscheinung bei Asthma.

Die meisten Asthmatiker atmen durch den Mund. Bei dieser Atmung wird die Luft nicht angemessen erwärmt und auch nicht von Staub und Fremdkörpern gereinigt. Dieses geschieht nur bei Atmung durch die Nase. Die Mundatmung muss früher oder später zu Blockierungen in der Nase und zu Krankheit führen.

Nasentropfen, die gewöhnlich benutzt werden, um nasale Verstopfung zu lösen, sind eine schlechte Lösung, denn sie tragen dazu bei, dass noch mehr Toxine in den Körper gelangen und erschweren den Selbstreinigungsprozess. Selbst Mediziner raten zu äußerst sparsamen Gebrauch dieser Tropfen. Letztlich schaden sie mehr, als dass sie nutzen.

Anstelle von Medikamenten sollten Yoga-Reinigungstechniken, wie z.B. Neti, angewandt werden. Rückwärtsbeugende Asanas sind hilfreich, um den nasalen Bereich zu befreien. In Verbindung mit Atemübungen werden sie, wenn sie regelmäßig ausgeführt werden, bleibende Erleichterung bringen.

Bei nasalen Problemen spielt auch die gute Haltung eine große Rolle. Krumme Schultern verhindern den freien Luftfluss, weil sich die nasalen und anderen Atmungswege in einer geraden Linie befinden. Man zwingt die Luft, sich durch einen gekrümmten und verengten Weg hindurchzukämpfen. Der Asthmatiker sollte deshalb versuchen, seinen Kopf und Rücken jederzeit aufrecht zu halten und durch die Nase zu atmen.

Der Gebrauch von Medikamenten

`Heilung von Asthma' bedeutet selbstverständlich, dass man nicht von Medikamenten abhängig ist. Aus Erfahrung wissen wir, dass Medikamente eher ein Mittel gegen Angst, und weniger ein Mittel gegen die körperliche Krankheit sind. Meistens greift der Asthmatiker nach einem Medikament, z.B. einem Spray, lange bevor es nötig ist. Ein wichtiger Teil des Heilungsprozesses ist die Auflösung der Abhängigkeit. Es ist wesentlich besser, zu beobachten und auf das Einsetzen eines Anfalls zu warten, so hart wie es zuerst sein mag. Diese Willenskraft und positive Einstellung ist der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zur Heilung.

Mögliche Ursachen von Asthma

Wie wir gesehen haben, ist die unmittelbare Ursache von Asthma eine Überreizung der parasympathischen Nervenfasern zu den Lungen, wodurch die Bronchialröhrchen sich zusammenziehen. Diese Nerven haben ihren Ursprung in einem Teil des Gehirns, den man Hypothalamus nennt, und der direkt von höheren, emotionalen Zentren gesteuert wird. Folglich wirken emotionale Spannungen auf den Hypothalamus ein. Dieser sendet Reize an die parasympathischen Nervenfasern, welche wiederum Asthma auslösen.

Heutzutage sind die üblichen Krankheiten zumeist psychosomatischer Natur. Unangenehme Gefühle verursachen gravierende körperliche Veränderungen und Muskelverspannungen. Emotionale Anspannung kann uns über längere Zeit belasten. Nur wenige Menschen können ärgerlich werden und sich unverzüglich von dieser Erfahrung freimachen und ihren Gleichmut zurückgewinnen. Der Yogi jedoch ist dazu in der Lage.

Jedes Gefühl, das wir haben, wirkt in irgendeiner Weise auf den Körper ein. Die beste Sicherheit für eine gute Gesundheit ist ein ruhiges, ausgeglichenes Gemüt. Da dies für Asthmatiker von großer Bedeutung ist, muss er lernen, sich zu entspannen.

Empfindungen von Müdigkeit und Erschöpfung, worunter viele Menschen leiden, liegen z.B. oft im Emotionalen begründet. Natürlich kann es auch einen physischen Grund, z.B. Anämie, geben; viel häufiger sind jedoch Faktoren, die der betreffenden Person nicht bewusst sind.

Medikamente allein können Asthma nicht heilen, sie können nur die Symptome bekämpfen. Mit der Zeit tritt eine Gewöhnung ein und die Wirkung auf die Bronchialmuskeln lässt nach. Nur die Behandlung der Ursache kann zur wirklichen Heilung führen. Wenn Asthma durch Yoga geheilt wird, werden keine Medikamente mehr nötig sein.

Für die westliche Wissenschaft sind vier Ursachen für Asthma verantwortlich, die nachfolgend ihrem Grad der Bedeutung entsprechend aufgeführt sind:

  • Stress, Zweifel, Angst und psychosomatische Probleme
  • Allergien und andere Reize
  • Genetische und vererbbare Merkmale
  • Unbekannte Ursachen

Wir werden jetzt jede dieser Ursachen vom yogischen und vom wissenschaftlichen Standpunkt aus erörtern.

Stress

Die Werte der heutigen Gesellschaft verursachen Disharmonie und Stress, und viele Menschen setzen Mechanismen in Gang, um den ständigen Sorgen und Problemen, die sie durch ihren Lebensstil selber verursachen, zumindest zeitweilig zu entfliehen. Sie vertreiben sich die Zeit mit Kino/Fernsehen/Videos, sowie mit Rauchen, Trinken und übermäßigem Essen, um nicht mit sich selbst konfrontiert zu sein.

Krankheit entsteht durch ein unnatürliches Leben. Es gibt Menschen - ein gutes Beispiel sind die Hunzas -, die durch ihren natürlichen Lebenswandel eine durchschnittliche Lebenserwartung von hundert Jahren haben. Auch wenn wir unserer Arbeit in der Stadt nachgehen, ist es möglich, ein relativ gesundes Leben zu führen. Faktoren, die dazu beitragen können, sind ein ausgeglichenes Gemüt, vernünftige Ernährung, harte Arbeit, reichlich Bewegung und frische Luft.

Durch Umstellung auf einen natürlichen Lebensstil kann der Asthmatiker viele seiner unbewussten Zweifel und Ängste, die die Gesundheit verhindern, überwinden. Das erfordert einen harten aber lohnenden Weg. Im Bewusstsein verstecken sich viele subtile Mechanismen, die nicht so einfach zu entlarven sind.

Man sollte unbedingt eine gewisse Objektivität oder Achtsamkeit kultivieren. Z.B. kann es passieren, dass ein Asthmatiker in eine schmerzvolle oder schwierige Situation hineingerät. Reagiert er, indem er sich denkt: `Oh nein, jetzt werde ich einen Anfall bekommen!', dann wird dies mit Sicherheit eintreten. Wenn er jedoch durch Yogaübungen eine Haltung von Ruhe und Gleichmut kultivieren kann, dann kann er die Situation und seine eigene Reaktion darauf beobachten, ohne in den Teufelskreis Angst hineingezogen zu werden.

Wir wissen aus Erfahrung, dass diese Erwartungshaltung ein wesentlicher Auslösefaktor für einen Anfall ist. Vergiss deine Allergie. Vergiss das Asthma deiner Tante, (sie war auch nervös). Es ist deine eigene Angst, die den Anfall auslöst, und durch Yoga wird die Angst verschwinden.

Allergien und andere Reize

Allergie ist eine ungewöhnlich starke körper-chemische Reaktion auf einen normalen Reiz, der in gleicher Stärke für die meisten Menschen harmlos ist. Allergische Reaktionen resultieren aus dem Freiwerden von Histaminen in Körpergeweben, die dann ein oder mehrere innere Organe beeinflussen. In der Nase erscheint eine Allergie als Heuschnupfen, in den Lungen als Asthma.

Heuschnupfen und Asthma, sowie andere Allergien wie Nesselfieber und Ekzeme, sind häufig emotionalen Ursprungs. Es wird gesagt, dass sie durch Reize wie Staub, Smog und plötzliche Kälte hervorgerufen werden können, aber selbst in diesen Fällen sind emotionale Elemente bedeutsam.

Erbfaktoren

Das Ausmaß erblicher Einflösse auf Asthma ist bis jetzt noch nicht bekannt. Vererbung spielt zweifellos in jedem Leben eine große Rolle. Dennoch können wir sie überwinden. Entscheidend ist die bewusste Wahrnehmung und der Wille zur Veränderung. Es ist möglich, unsere Probleme zu überwinden und unser Schicksal in eine andere Richtung, als jene, die das Leben für uns vorgesehen zu haben scheint, zu lenken. Gesundheit kann wieder gewonnen werden, das gilt besonders für Asthmatiker.

Asthma und Entspannung

In der folgenden Episode geht es um einen Arzt, der Nachtdienst in einen Krankenhaus hatte. Er war lange mit der Behandlung von Unfall-Opfern beschäftigt, und danach zogen sich Assistenten und Pflegepersonal zurück. Kurz darauf wurde ein Patient mit einem `status asthmaticus' - der alarmierenden und lähmenden Phase eines Asthmaanfalles - eingeliefert. Der Arzt wurde gerufen, um diesen Fall zu behandeln. Zu dieser Zeit war er allein.

Im Verlauf der routinemäßigen Untersuchung legte er eine Hand auf die Brust des Patienten, der inzwischen schon blau angelaufen war. Erschöpft vor Müdigkeit und Anspannung schlief der Arzt kurz ein, seine Hand lag jedoch noch auf der Brust des Patienten. Nachdem er einige Zeit mehr oder weniger gedöst hatte, wachte er auf und stellte fest, dass der Patient jetzt leichter und spontaner atmete. Das kurze Nickerchen hat den Arzt jedoch in Panik versetzt, und nun begann der Patient wieder, schwer zu atmen und zu keuchen.

Dieser Wechsel machte den Arzt sofort hellwach; er erkannte einen Zusammenhang. Er versuchte daraufhin, seine innere Entspannung zurück zu erlangen und lenkte diese Ruhe durch seine Hand in die Brust des Patienten. Die direkte Folge war, dass der Patient eigene Spannung losließ und ruhig und langsam atmete. Seine Hautfarbe wechselte von tiefem Blau zu Rosa. Er erholte sich so rasch, dass keine der normalerweise im Krankenhaus üblichen Medikamente nötig waren und der Patient zu Bett gebracht werden konnte.

Die Geschichte dieses Arztes macht deutlich, dass yogische Prinzipien der Wahrheit näher kommen, als eine medikamentöse Behandlung. Entspannung ist der Schlüssel zur Heilung von Asthma.

Yoga und Medizin

Die moderne Medizin verfügt über ein weites Spektrum von Medikamenten zur Unterdrückung der Symptome und Wirkungen von Asthma. Sie besitzt jedoch kein wirksames Mittel, Asthma vorzubeugen und zu heilen. Dies kann allein durch ein natürliches, harmonisches Leben, verbunden mit Entspannung, Übungen und einer positiven Lebenseinstellung, realisiert werden.

Natürlich sind Medikamente manchmal angebracht, um Schmerzen zu lindern und der Not in einem Asthmaanfall ein Ende zu bereiten. Aber sie sollten mit der richtigen Einstellung genommen werden, und nur dann, wenn unbedingt nötig. Medikamente können große Erleichterung der Atemnot und Auflösung von Angst bewirken, aber ihr großer Nachteil sind weit reichende und unerwünschte Nebenwirkungen.

Einige allgemeine Nebenwirkungen treten bei all diesen Medikamenten gleichermaßen auf, und nachfolgend nennen wir die drei gravierenden; darüber hinaus gibt es individuelle Nebeneffekte, die hier nicht erläutert werden.

Psychische Abhängigkeit: Viele Menschen greifen zum Spray, bevor es notwendig ist, oder nehmen eine Pille ein, bevor sie zu Bett gehen, um einem Anfall vorzubeugen.

Zusätzliches Gift im Körper: Die Medikamente arbeiten der normalen Körperfunktion insofern entgegen, als sie dem Körper noch mehr chemische Stoffe zumuten, mit denen er dann fertig werden muss.

Aus dem Gleichgewicht geraten: Diese Medikamente bringen das Körpersystem noch mehr aus dem Gleichgewicht, so dass die Aussicht auf Gesundung unwahrscheinlicher wird.

Aus Erfahrung wissen wir, dass Entspannungstechniken wie Yoga Nidra (*) und Reinigungstechniken wie Kunjal Kriya (*) bei der Entspannung des Bronchialgewebes und Entfernung des Schleimes sehr viel effektiver sind als Sprays. Obwohl die Wirkungen dieser Techniken auf den ersten Blick nicht so aufsehenerregend sind wie bei Medikamenten, so ist ihr Langzeiteffekt um so nachhaltiger. Der Asthmatiker lernt, sich vertrauensvoll zu entspannen, wohl wissend, dass er mit einem Anfall, wenn er auftreten sollte, umzugehen weiß.

Die übliche medikamentöse Behandlung

Die meisten Asthmatiker befinden sich in medikamentöser Behandlung. Wenn man über den Sinn der einzelnen Medikamente mehr weiß, ist es einfacher, einen reibungslosen Übergang zu Yoga zu finden. Dem Asthmatiker, der weiterhin Medikamente in Maßen als zusätzliche Sicherheit benutzen möchte, wird empfohlen, sich ihre Funktionsweise vor Augen zu führen. Die üblichen medikamentösen Behandlungen lassen sich in vier Kategorien einteilen: Bronchialerweiterer, abschwellende Mittel, entzündungshemmende Medikamente und lokal wirkende Substanzen.

  • Bronchialerweiter sind im allgemeinen folgende: Sprays wie z.B. Salbutamol oder Isoprenaline.
  • Adrenaline oder ihre Derivate, wenn sie auch nicht sehr wirkungsvoll sind und viele Nebenwirkungen haben.
  • Derivate von Coffein (Theophyllin, Aminophyllin). Diese Medikamente sollten nur in minimalen Dosen und nur, wenn unbedingt nötig, benutzt werden, weil sie zu Überreizung und Angst führen.

Abschwellende und entzündungshemmende Mittel bestehen aus Anti-Histaminen und Corticosteroiden. Anti-Histamine bekämpfen bekanntlich Allergien und werden manchmal dazu benutzt, Asthma zu behandeln. Für einen akuten Anfall sind sie wahrscheinlich nicht wirkungsvoll genug. Corticosteroide sind Derivate aus dem Hormon Cortison und haben entzündungshemmende Wirkung. Es besteht die Gefahr von Nebeneffekten, ihr Gebrauch sollte so schnell wie möglich eingestellt werden.

Zu den Lokal wirkenden Substanzen gehören verschiedene Medikamente.

Wir möchten an dieser Stelle davor warnen, Medikamente plötzlich abzusetzen, besonders, wenn diese über einen langen Zeitraum benutzt wurden. Wenn man sich auf die Yogatherapie umgestellt hat, und das Vertrauen und die innere Sicherheit gewachsen sind, wird man immer weniger auf Medikamente zurückgreifen müssen.

Yogische Behandlung

Die meisten Menschen, die heftig mit einer akuten Krankheit kämpfen, werden alles tun, um Erleichterung zu finden, gewöhnlich in Form von Medikamenten und anderen Mitteln, um die Symptome zu unterdrücken. Aus yogischer Sicht und ausgehend von natürlicher Gesundheit kann das ein Fehler sein. Die Krankheit ist ein Versuch, den Körper auf natürlichem Wege wieder ins Gleichgewicht zu bringen und zu heilen, indem sie ihn von Giften, Chemikalien und Abfallprodukten befreit, die sich angesammelt haben und die lebenswichtigen kapillaren, lymphatischen, nervlichen und organischen Wege verstopfen.

Diese Verunreinigungen stören die physiologische Funktion, verwandeln sie ins Krankhafte und verformen die pranischen Energiefelder. Es besteht eine Wechselbeziehung zwischen dem Bewusstsein und den verformten Körperenergien, was Schmerz, Spannung und Leiden verursacht. Krankheit ist der Mechanismus der Natur, das kenternde menschliche Schiff ins Gleichgewicht zu bringen und eine normale Funktion wieder herzustellen. Dieser Prozess muss unterstützt und nicht unterbrochen werden, so dass er in möglichst kurzer Zeit mit einem Maximum an nützlichen Wirkungen und einem Minimum an Leiden stattfindet. Durch Yoga erreichen wir dieses hohe Ziel.

Wir stellen hier die Methoden vor, die unserer Meinung nach am besten für eine Behandlung geeignet sind, und die auf unserer direkten Erfahrung basieren. Wir möchten dabei berücksichtigen, dass jeder entsprechend seiner eigenen Neigungen und Bedürfnisse auswählen und variieren kann. Dieser Teil kann daher als ein yogisches Kochbuch betrachtet werden, aus dem jede Person ihre eigenen Rezepte auswählt. Die aufgeführten Themen schließen ein: Reinigungstechniken, Asana, Pranayama, Entspannung, yogische Einstellung und Ashram-Programm.

Dabei möchten wir zwei verschiedene Aspekte der Behandlung berücksichtigen:

  • Übungen während eines akuten Anfalls Langzeitübungen, um künftige Anfälle abzuschwächen.
  • Nur durch konsequentes, regelmäßiges Üben wird vollkommene Heilung erreicht. Täglich ein paar Minuten entspannt zu üben ist besser, als eine lange Übungszeit, die aber unregelmäßig ist.

Yogische Reinigungstechniken

Die Hatha Yoga Reinigungstechniken sind wahrscheinlich der wichtigste Aspekt für die Asthma-Therapie. Durch das Salz wird der angesammelte dicke Schleim heraus gewaschen, aufgelöst und durch seine osmotische Wirkung herausgezogen. Bei Asthmatikern kann die Salzmenge, die für diese Übungen notwendig ist, etwas erhöht werden.

Die folgenden Techniken sollten am besten morgens vor den Asanas und der Meditation gemacht werden. Ihre Anwendung während eines akuten Anfalls ist außerordentlich wirksam.

Kunjal Kriya

Warmes Salzwasser wird getrunken und direkt erbrochen. Die Wirkung von Kunjal auf einen akuten Asthma- Anfall sollte nicht unterschätzt werden. Die Nervenenergie, die den Anfall verursacht hat, wird benutzt, um das warme Wasser aus dem Magen zu befördern. Eine Reflexwirkung vom Magen über den Vagusnerv (Parasymphatikus) zu den Lungen setzt ein, die die Spannung aus den Lungen beseitigt. Bei täglicher Anwendung kann Kunjal einen Anfall verhindern.

Neti Kriya

Die Nasengänge werden mit warmem Salzwasser gewaschen. Für den Asthmatiker ist diese Übung wichtig, weil nicht durch den Mund geatmet werden sollte. Durch Neti werden die Nasengänge von Verstopfung frei, so dass die Atmung durch die Nase möglich wird.

Pranayama

Durch regelmäßiges Üben von Pranayama erfolgt ein weiterer Heilungsprozess der Nasengänge. Nach einiger Zeit braucht man dann Neti nicht mehr regelmäßig zu machen, nur dann, wenn die Nase verstopft ist.

Neti

Es gibt drei verschiedene Ausführungen von Neti, die man bei einem Yogalehrer/in, der/die mit diesen Übungen vertraut ist, lernen sollte. Hierzu gehört auch Vastra Dhauti, das Schlucken eines Stoffstreifens.

Shankhaprakshalana

Shankhaprakshalana ist eine sehr kraftvolle Technik, um den ganzen Verdauungskanal zu reinigen. Eine große Menge an Salzwasser wird getrunken, dazwischen werden bestimmte Asanas ausgeführt. Diese Übung sollte man in jedem Fall in einem Ashram machen. Laghu Shankhaprakshalana ist die kurze Form dieser Technik, in der weniger Wasser getrunken wird, aber dieselben Asanas ausgeführt werden. Diese Technik kann sowohl während eines akuten Anfalls, als auch als tägliche Übung angewendet werden. Indem der Schleim von den Darmwänden entfernt wird, entsteht eine Reflexwirkung auf alle Schleimdrüsen des Körpers. Das Salz unterstützt die Auflösung des angesammelten Schleims in den Lungen und anderen Organen und entspannt das Nervensystem.

Diese Technik macht oft müde, so dass danach eine Zeit der Erholung notwendig ist. Beachte! Diese Techniken dürfen nicht ohne erfahrene Anleitung ausgeführt werden. Bei täglicher Übung sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden:

Sie sind morgens mit leerem Magen auszuführen. Nach Laghu und Kunjal sollte man wenigstens eine halbe Stunde bis zum Frühstück warten.

Asanas

Asanas geben dem Körper sowohl Kraft als auch Entspannung. Indem das Muskelgewebe wie ein Schwamm gedrückt und der Blutstrom besonders zu bestimmten Teilen gelenkt wird, helfen die Asanas, Gifte aus den Gelenken, der Bauchhöhle, den Muskeln und Organen heraus zu waschen. Ihre Wirkung ist sehr tief greifend und hat Langzeiteffekt. Für den Asthmatiker bedeutet das: Die Haltung wird verbessert, die Brust wird aus ihrer Zwangslage befreit, die Wirbelsäule wird gestärkt, der Energiefluss in den Nervenbahnen wird frei und der ganze Körper kommt wieder ins Gleichgewicht. Es gibt viele hilfreiche Asanas für den Asthmatiker, jedoch sind die folgenden am wirkungsvollsten:

Surya Namaskara, Marjariasana, Shashankasana, Shashank-Bhujangasana, Bhujangasana, Pranamasana, Sarvangasana, Paschimottanasana, Yoga Mudra, Dhanurasana, Shavasana und Ardha Matsyendrasana. (Siehe hierzu besonders: `Asana Pranayama Mudra Bandha'.)

Aus diesen Asanas sollte sich jeder die für ihn geeigneten heraussuchen und diese allein regelmäßig üben. Ein Asthmatiker entdeckte z.B. vier für ihn ausreichende Asanas: Sarvangasana, Paschimottanasana, Dhanurasana und Ardha Matsyendrasana.

Wem diese Asanas noch zu schwer sind, sollte sich zuerst der Pawanmuktasana-Serie (siehe APMB) zuwenden, bis der Körper geschmeidiger geworden ist.

Pranayama

Pranayama ist ein hervorragendes Mittel, um mit Spannungen umzugehen. Indem die Lungen trainiert und gekräftigt, das autonome Nervensystem ins Gleichgewicht gebracht und das gesamte Zentralnervensystem gestärkt wird, verringert sich die Möglichkeit eines künftigen Asthmaanfalls. Das Ziel von Pranayama ist es, das körperliche Energiesystem beherrschen zu lernen, was zu größerem Selbstvertrauen, zur Gedanken- und Gefühlskontrolle, kurz zur Selbstbeherrschung führt.

Pranayama macht man am besten nach den Asanas. Wir empfehlen nachfolgend ein paar einfache Übungen:

  • Atme langsam ein, während du sechs Pulsschläge an der Innenseite des Handgelenks erfühlst. Atme aus und zähle wiederum 6 Pulsschläge. Nach einiger Zeit werden Herz und Atem sich verlangsamen.
  • Nadi Shodana, die Wechselatmung (genaue Beschreibung in APMB). Mache diese Übung bis zu 25 Runden. Es führt zu tiefer Entspannung, gleichzeitig wird das ganze Atem- und Nervensystem gestärkt und gereinigt.
  • Leichtes Bhastrika, Blasebalgatmung (siehe ABMB). Die Lungen werden gestärkt. Verbunden mit Kumbhaka (Anhalten des Atems) ist es ein wirksames Mittel, um einem Anfall vorzubeugen, weil alle Alveolen der Lungen sich öffnen, Gas und Schleim hinausbefördert, der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht und eine tiefe Entspannung herbeigeführt wird.

Die folgenden aus Asana und Pranayama kombinierten Übungen haben sich in der Asthmatherapie sehr bewährt:

  • Stehe aufrecht mit geschlossenen Beinen, die Arme seitlich vom Körper. Langsam und tief einatmend hebst du beide Arme vor dem Körper bis auf Schulterhöhe, bewege sie dann zur Seite und leicht nach hinten. Ausatmend bringst du sie zu den Seiten in die Ausgangsstellung zurück. Mache diese Übung fünf Mal.
  • Stehe aufrecht, die Beine zusammen, die Arme seitlich vom Körper. Atme tief ein, halte den Atem an und klopfe mit den Fingern über die Brust und an den Seiten des Körpers entlang, vorsichtig aber kräftig und so lange wie möglich vor der Ausatmung. Mache diese Übung fünf Mal.
  • Stehe aufrecht, atme ein und atme dann kurz und ruckartig auf ha-ha-ha durch den Mund aus. Mache das fünf Mal.
  • Stehe aufrecht, atme tief ein, atme dann durch den Mund mit geschlossenen Zähnen mit einem zischenden Geräusch aus.

Zwei weitere wichtige Übungen sind genau im Buch `Asana Pranayama Mudra Bandha' beschrieben, Utthita Lolasana und die Yogi-Atmung. Nach einiger Zeit der Übung können dann weitere Pranayamas erlernt werden:

  • Höhere Stufen von Nadi Shodana und Bhastrika.
  • Kapalbhati. Da hier die Ausatmung betont wird, ist es eine besonders gute Übung für den Asthmatiker, da ja das Hauptproblem in der Schwierigkeit des Ausatmens liegt.

Entspannung

Eine der besten Möglichkeiten, Asthma zu heilen, ist Yoga Nidra(*), dem Zustand innerer Aufmerksamkeit verbunden mit vollkommener Entspannung. Zu Anfang sollte man einen Lehrer haben, später kann man die Übung auch allein machen. Bei einem akuten Anfall hilft die durch Yoga Nidra erlangte innere Einstellung, einen Krampf in Brust und Lungen zu entspannen.

Das Rezitieren des Mantras OM ist eine einfache, trotzdem äußerst wirkungsvolle Übung für den Asthmatiker. Forme mit dem Mund ein O und lasse die Luft entspannt und langsam durch den Hals herauskommen, indem du diesen Klang erzeugst. Wenn der Atem fast aufgebraucht ist, singe das MMM. Rezitiere zuerst laut, später kannst du es auch in Gedanken machen. Am besten sitzt du dazu in einer Meditationshaltung. Gehe ganz in dieser Übung auf und mache sie so lange du möchtest. Versuche, dich ganz in dem Mantra zu verlieren. Du wirst überrascht sein, wie entspannend und stärkend diese Übung ist. Die Vibrationen, die von diesem Mantra ausgehen, wirken wie eine leichte innere Massage.

Yogische Lebenseinstellung

Die innere Einstellung ist das A und O bei der Heilung. Wenn der Asthmatiker sich selbst wirklich heilen will, wird er es schaffen. Wenn er jedoch mit den Menschen um sich herum ein Spiel spielt, wird er sein Asthma behalten. Er muss eine ehrliche Selbsteinschätzung vornehmen, um zu entscheiden, ob er wirklich geheilt werden will. In diesem Fall muss er der Gesundheit Priorität in seinem Leben einräumen.

Die Yoga-Therapie erfordert täglich einen gewissen Zeitaufwand. Nichts wird über Nacht vollbracht, es kann sogar eher Schaden verursachen, wenn man zu viel zu schnell tun will. Deshalb empfehlen wir, jeden Morgen eine bestimmte Zeit für Übungen festzulegen und an dieser Planung nicht zu rütteln. Das mag erfordern, dass man eine Stunde früher zu Bett geht, aber auf lange Sicht wird es sich auszahlen.

Wenn das Programm begonnen hat, wird die Einstellung und die Willenskraft des Leidenden, (der jetzt auch der Heilende ist), weiter herausgefordert werden. Alte Erinnerungen und Vorsätze werden an die Oberfläche kommen und Spannung und emotionales Leiden mit sich bringen. Es ist jedoch ein gutes Zeichen dafür, dass die Heilung begonnen hat. Man sollte nun alles bewusst wahrnehmen, das ist der oberste Grundsatz.

Was ist Bewusstheit? Auf der einfachsten Ebene ist es bloße Aufmerksamkeit. Es ist eine Kunstfertigkeit wie jede andere und kann geschult werden. Die Schulung kann überall erfolgen: wenn man ruhig sitzt, Bus fährt, in einer Schlange wartet, ein Essen kocht usw. Bewusstheit und positive Einstellung gegenüber der Heilung kann dein ganzes Leiden verändern. Situationen werden zu einer Lernerfahrung, und nicht mehr unbedingt ein Ärgernis. Die Überwindung von Asthma ist eine große Leistung und sollte mit Energie und fröhlichem Optimismus in die Hand genommen werden.

Ashram Programm

Wir schließen mit einer kurzen Beschreibung einer Behandlung bei Asthma, wie sie in der Bihar School of Yoga in Munger (Indien) aussehen könnte. Natürlich ist es möglich, den Heilungsprozess zuhause in der gewohnten Umgebung in Gang zu bringen, aber unsere Erfahrung hat uns gezeigt, dass die Kombination von Disziplin, Energie und Klarheit in einer Ashram- Umgebung der Heilung sehr zuträglich ist. Hinzu kommt, dass der Asthmatiker sicher sein kann, unter fachkundiger Leitung Schritt für Schritt wieder zur Gesundheit geführt zu werden.

Das Ashram-Programm für Asthmatiker sieht folgendermaßen aus:

1.-4. Tag: Reinigungstechniken werden gleichzeitig mit strenger Diät und sanften Asanas aufgenommen. Jeden Morgen werden Vastra Dhauti, danach Kunjal und Neti Kriyas praktiziert. Solange sich der Patient noch schwach fühlt, werden nur die Pawanmuktasanas und einfache Pranayamas gemacht.

5. Tag: An diesem Tag schweigen die Patienten und machen Shankhaprakshalana. Danach ist Zeit zum Ausruhen.

Folgende Tage: Japa, Antar Mouna und Yoga Nidra werden eingeführt. Surya Namaskara wird vorsichtig begonnen, gewöhnlich drei Runden pro Tag. Je nach Fortschritt werden Asanas und Pranayamas länger und intensiver ausgeführt. Später kommt dann die kraftvolle Heilungstechnik `Prana Vidya' hinzu.

Alle diese Übungen werden unter persönlicher Anleitung im Ashram ausgeführt, zugeschnitten auf die individuellen Bedürfnisse. Die Ashram-Umgebung ist in der Yoga-Therapie eine große Hilfe, denn man wird mit sich selbst konfrontiert und man lernt erkennen, wo das Grundproblem liegt - vielleicht eine vergangene Erfahrung oder Programmierung, die das Asthma verursacht hat. Durch Ashram-Leben stoßen wir zur Wurzel des Problems.

Ein wichtiger Hinweis

Yoga ist ein ganzheitliches System und sollte nicht in Teile auseinander gelegt werden. Verschiedene Aspekte der integralen Yoga-Therapie sind auf spezifische Aspekte des psychovegetativen Gleichgewichts gerichtet. Jede einzelne Übung - Kunjal, Neti, Kirtan, Karma Yoga, Asanas, Pranayama, Yoga Nidra - ist auf einen besonderen Aspekt des menschlichen Systems gerichtet. Wenn man auf Heilung Wert legt, sollte man alles ausprobieren oder gar nichts.

Das bedeutet natürlich nicht, dass eine fundamentale Forschung nicht die individuellen Techniken prüfen muss. Aber klinisch gesehen ist es nur der integrale Yoga, der all die verschiedenen Elemente dieser Krankheit harmonisieren kann.

(aus: YOGA Heft Nr. 31)