Oh Majhi, sage mir,
wie weit ist es noch bis zur Küste.
Ich habe noch einen langen Weg vor mir.

Der Himmel ist mit schwarzen Wolken bedeckt,
ein paar helle Lichtstrahlen hier und da.
Ich muss sehr weit gehen und dabei
tiefe Wasser und furchterregende Wellen überqueren.

Leidenschaft und Wut umgeben mich leicht,
Gier und Nichtloslassen verwickeln mich überall.
Wann ist das alles beendet und, oh Majhi,
wie weit müssen wir noch gehen?

Ganze Zeitalter lang bin ich umhergereist,
dornenreich war mein Weg.
Jetzt habe ich nur noch den Wunsch,
zu Deinem Platz zu reisen;
dort wo Du wohnst, will ich sein.

Ich habe keinen Geliebten, der mich bindet,
habe keine Lieder zu singen,
nach keinen Traditionen zu leben.
Du besitzt alles und nur dort will ich sein.

Ich laufe über Feuer und ertrage die Härten der Askese.
Oh Herr des Meeres aus reinem Nektar,
wir müssen noch einen weiten Weg gehen.

Nimm mich an Deine Hand,
gib mir einen Platz in Deinem Herzen,
trage mich auf Deinen Schultern zu Dir.

Ob Tag oder schwärzeste Nacht -
lass uns zu unserem gemeinsamen Platz weiterrudern.
Die Reise ist noch nicht zu Ende,
und weder in Freude noch Leid noch Reichtum
wollen wir verweilen.

Oh Shiva, ich werde für immer bei Dir sein
und Deine Form annehmen.
Du bist Shiva und ich, Uma, verehre Dich.
Wir gehen für immer zusammen.

Den Duft und die Schönheit einer Gartenblume habe ich nicht,
denn bisher war ich eine wilde Blume.
Bitte weise mich deshalb nicht ab, verachte mich nicht,
lass mich mit Dir sein.

Oh Shiva, breite Deine Arme aus
und ziehe mich nahe zu Dir heran.
Lasse mich nahe und eins mit Dir sein,
so dass ich in Dir lebe und Du in mir.

Nimm den Körper, auch den Geist,
nimm alles, was zu dieser Welt gehört.
Was immer der Preis ist,
nimm alles und nimm mich zu Dir.

Um all' meine guten und schlechten Taten,
die ganze Pracht meiner ewigen Lieder,
um Dir alles zu geben,
bin ich zu Dir unterwegs.

Oh Majhi, rudere das Boot schneller,
denn wir müssen die Dunkelheit und den Sturm durchqueren
und, oh Majhi, bringe mich zum Ufer,
denn ich muss die Stadt der Liebe erreichen.

(Aus: Yogaheft 42) - Tapasvi. Eine Sammlung von frühen Gedichten von Paramahamsa Satyananda