Was sind Yantras?

Das Wort `Yantra' stammt aus der Wurzel Yam - festhalten, und dem Zusatz tra, was Instrument bedeutet. Yantra ist also ein Instrument, um das Bewusstsein oder die Bewusstheit zu halten.

Ein Yantra ist eine Art geometrisches Diagramm, bestehend aus Dreiecken (mit der Spitze nach oben oder nach unten weisend, Shiva oder Shakti repräsentierend), Kreisen, Quadraten, Hexagons, Pentagons usw. Yantras können auf Papier, Holz, Stoff oder jedes andere Material gezeichnet werden, auch direkt in den Sand oder die Erde. Ein Yantra ist die sichtbare Schwingung eines Mantras.

Das alte tantrische Wissen über Yantras wurde als Hilfe zur inneren, spirituellen Erfahrung betrachtet. Yantra ist Symbol für Bewusstsein oder tiefere Ebenen der Psyche, was sich im Wachbewusstsein in geometrischen Formen manifestiert. Ein Künstler z.B. hat das innere Bild einer Blume oder des Meeres, und wenn er das malt, dann ist das Bild nicht eine Erfahrung seines Pinsels, sondern die seines Bewusstseins. Genauso geht es einem Yogi, der in das Unbewusste eintritt und dort Schwingungen, Gestalten und Erfahrungen in Form dieser geometrischen Muster begegnet.

Wir finden diese Yantras und Mandalas nicht nur in der tantrischen Kultur, sondern auch im alten Kabbalasystem der Juden. Sowohl in der vorchristlichen Mystik Europas wie im alten Ägypten, in China, in Tibet und Japan waren sie bekannt. Obwohl die Yantras im Tantra meistens geometrische Formen aufweisen, können sie doch aus fast jeder Form bestehen. Im alten Ägypten galten auch menschliche und tierische Formen als Yantras. Es können auch Bilder von Durga, Kali, Hanuman, Shiva und anderer Gottheiten des Hinduismus wie auch jeder anderen Religion sein. Diagramme von Gottheiten findet man besonders im Tantra des tibetischen Buddhismus. Es wird auch angenommen, dass die Christen das Kreuz Yantra oder Mandala benutzten.

Die Eskimos ritzten Mandalas in große Steine und die Kunst vieler alter Kulturen, - der Indianer, der australischen Ureinwohner u.a. - geben Zeugnis davon, dass Yantras und Mandalas benutzt wurden.

In Kriya Yoga und Kundalini Yoga kannst du in jedem Chakra ein Yantra finden. Wenn man sich auf diese Energiezentren konzentrieren will, ist es viel einfacher, das Symbol, dass das Chakra repräsentiert, zu visualisieren, als das Chakra selbst.

Das Bewusstsein ist ohne Gedanken nicht zu erfassen. Durch unsere Gedanken lernen wir zwar unser Bewusstsein kennen, da es jedoch formlos ist, ist es unmöglich, es intellektuell zu begreifen. Yantras werden benutzt, um die Kraft des Unbewussten in Form zu bringen.

Yantras sind Zeichen deiner Frustrationen, deiner mentalen Probleme, die du nicht kennst und vielleicht niemals kennen wirst. Alles, was du in deiner Kindheit erfahren hast, Traumas, emotionale Krisen usw., ist irgendwo im Bewusstsein gespeichert und vergessen. Im späteren Leben entstehen vielleicht Probleme durch die verursachten Blockaden. Unbewusst spürst du etwas, weißt aber nicht, was es ist. An diese Art von Problemen kommst du heran, wenn du mit einem Yantra arbeitest, indem du dich auf die Form des Yantras, das für deine Persönlichkeit passend ist, konzentrierst. Angstkomplexe, unterdrückte Ambitionen, Emotionen usw., werden langsam aus dem Bewusstsein verschwinden. Yantras bringen das Unbewusste auf friedlichem Wege zum Ausbruch.

Wenn du ein Yantra nimmst, was von einem Meister, der sich in dieser Wissenschaft auskennt, für dich ausgewählt wurde und du es an die Wand hängst, immer wieder darauf meditierst, wird es sofort auf dein Unbewusstes einwirken.

(Auszug aus dem Buch: `Sure Ways to Self Realisation') - Swami Satyananda)