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Pranayama

Pranayama wird allgemein als Atemkontrolle oder Atemübungen definiert. Auch wenn diese Auslegung im Hinblick auf die dazugehörenden Übungen korrekt erscheinen mag, so umfasst sie doch nicht die volle Bedeutung des Begriffs.

Was bedeutet Pranayama? Das Wort Pranayama besteht aus zwei Wortstämmen: prana und ayama. Prana bedeutet Lebensenergie oder Lebenskraft. Das Wort yama bedeutet Kontrolle und wird in dem Sinne umfassend gebraucht, als es verschiedene Verhaltensregeln bzw. Muster bezeichnet. Es ist jedoch nicht das Wort, das Prana beigegeben wird, um zu Pranayama zu gelangen.

Das betreffende Wort ist ayama, das noch wesentlich mehr umfasst als das Wort yama. Das Sanskritwort Ayama wird als Erweiterung oder Ausdehnung beschrieben. Das Wort Pranayama bedeutet somit Ausdehnung der Dimension von Prana. Die Pranayama Techniken stellen eine Methode zur Verfügung, die Lebenskraft zu aktivieren und zu regulieren, um über die normalen Grenzen und Einschränkungen hinauszugehen und ein höheres Energieniveau zu erlangen.

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Prana und Pranayama Techniken

Was ist Pranayama? Die klassischen yogischen Pranayama Übungen sind in Indien seit über viertausend Jahren bekannt. In der Bhagavad Gita, deren Ursprung der Mahabarata-Zeit zuzuordnen ist, wird auf Pranayama in der Weise verwiesen, dass die Übungen so bekannt seien wie Yajna, die Feuerzeremonie. Auch viele der Upanishaden, die vor dem Aufkommen des Buddhismus geschrieben wurden, sprechen von den Pranayama Techniken um höhere Bewusstseinszustände zu erlangen.

In der Hatha Yoga Pradipika, Geranda Samhita und Hatharatnavali, die zwischen dem sechsten und fünfzehnten Jahrhundert n. Chr. entstanden sind, werden die Übungen genauer beschrieben. Es scheint, als ob man es in dieser Zeit für nötig hielt, sie neu zu beleben und zu kodieren, da sie bis zu dieser Zeit traditionsgemäß nur mündlich weitergegeben wurden.

Auch jetzt im einundzwanzigsten Jahrhundert ist das Interesse an den ursprünglichen Inhalten groß und das Verlangen nach der Erfahrung dieser Übungen ist wieder spürbar. Das neu geweckte Interesse an Yoga, das in den letzten Jahrzehnten beobachtet werden konnte, hat Asana und Pranayama zu alltäglichen Begriffen gemacht, dennoch erschließt sich das Wesentliche und die Fülle der Übungen der Mehrheit nicht.

Prana

Prana ist die Lebenskraft, die nicht nur den Körper erhält, sondern die ganze Schöpfung auf jeder Ebene. Was die moderne Wissenschaft heute zu erforschen versucht, war den indischen Sehern bereits damals bekannt: Existiert eine uranfängliche Kraft, ein Potential, das sich nutzbar machen lässt? Jede yogische Wissenschaft, dazu gehören Mantra, Yajna, Entbehrungen, verschiedene Formen der Konzentration und Meditation, hat zum Ziel, diese Vitalenergie innerhalb der Gesamtheit des Individuums oder des weiteren Universums zu erwecken und zu erhöhen.

Das Sanskritwort Prana besteht aus einer Kombination von zwei Silben, pra und na. Seine Bedeutung ist Beständigkeit, eine Kraft in dauernder Bewegung. Prana existiert in fühlenden Wesen als Energie, die jede Handlung, sei sie bewusst oder nicht bewusst, jeden Gedanken, jede Ebene von Geist und Körper antreibt.

Im Individuum durchzieht Prana das ganze Sein und entwirft sich selbst in dem, was die Yogis Pranayama Kosha nennen. Es ist eine Seinsebene, die sehr viel feiner ist als die körperliche. Prana fließt im pranischen Körper durch Energiewege, sogenannte Nadis, und wird in Energiestrudeln, den Chakras, gespeichert.

Pranayama

Die Wissenschaft von Pranayama verdanken wir hochentwickelten Yogis und ihrem intuitiven Erfassen und ihrem auf Erfahrung beruhenden Wissen über Prana. Sie haben den Einfluss von Prana auf die menschlichen Mechanismen erkannt. Der Atem wird als Mittler genutzt, um das pranische Feld zu erreichen, den Körper ins Gleichgewicht zu bringen, und um Kontrolle über den Geist zu erlangen.

Der Atem als Mittler von Pranayama basiert auf drei Stufen der Atmung: Einatmung (Puraka), Anhalten des Atems (Kumbhaka) und Ausatmung (Rechaka). Die verschiedenen Pranayama Übungen lehren das Umsetzen und die gezielte Ausrichtung dieser drei Stufen.

Pranayama Wirkung auf Atem und Gesundheit

Wie wirkt Pranayama? Die Atmung ist der vitalste Körperprozess. Sie beeinflusst die Aktivitäten jeder einzelnen Zelle und, was noch wichtiger ist, sie ist entscheidend mit der Funktion des Gehirns verbunden.

Der erwachsene Mensch nimmt etwa 15 Atemzüge in der Minute, das sind etwa 21.600 Atemzüge in der Dauer eines Tages. Durch die Atmung wird Sauerstoff und Glukose verbrannt, um Energie für die Muskelkontraktion, die Drüsenausschüttung und die mentalen Vorgänge zu erzeugen. Der Atem ist engstens mit allen Vorgängen der menschlichen Erfahrung verbunden.

Die meisten Menschen Atmen unzureichend, da sie nur einen kleinen Teil ihrer Lungenkapazität nutzen. Der Atem ist dann oberflächlich und führt dem Körper den für die Gesundheit notwendigen Sauerstoff und Prana nicht ausreichend zu.

In den höheren Übungsstufen wird die Richtung des pranischen Flusses beeinflusst und eine höhere Energiemenge wird aus den Chakras freigesetzt. Wenn diese Vorgänge in Gang gesetzt werden, entfalten sich viele neue Erfahrungen. Um diese sicher zu durchlaufen, empfiehlt sich eine Pranayama Ausbildung durch die Führung eines Yogalehrers.

Man muss wissen, dass Pranayama keine alleinstehende yogische Übung ist. Im System von Ashtanga Yoga folgt Pranayama den weiterhin beizubehaltenden Übungen der Yamas, Niyamas, Shatkarmas und Asanas. Danach folgen Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi. Das Ziel ist eine fortlaufende ausgewogene Bewegung von grobstofflich zu feinstofflich, von Annamaya Kosha zu Anandamaya Kosha.

Die eigentliche Yoga Übung beginnt tatsächlich erst, wenn wir mit Pranayama beginnen. Beim Üben von Asanas erreichen wir einen Zustand, in dem wir mit den Energien arbeiten können, die den Körper steuern. Durch Pranayama schulen wir mit Hilfe des Atems unsere Wahrnehmung bezüglich der feinstofflichen Kräfte des Körpers. Yoga beginnt da, wo wir den Geist so lenken können, dass wir diese subtilen Aktivitäten in uns wahrnehmen.

Klassische Pranayama Übungen sind:

  • Yogiatmung
  • Bhastrika Pranayama (Blasebalgatmung)
  • Nadi Shodhana Pranayama (Wechselatmung)
  • Shitali Pranayama (kühlender Atem)
  • Sitkari Pranayama (zischender Atem)
  • Bhramari Pranayama (Bienensummen)
  • Ujjayi Pranayama (psychischer Atem)
  • Kapalbhati Pranayama (Reinigung des Vorderhirns)

Illustrierte Anleitungen zu den Pranayama-Übungen sind in dem Buch Asana Pranayama Mudra Bandha zu finden.

Das Buch Prana und Pranayama von Swami Niranjanananda Saraswati ist ein umfassendes Grundlagenwerk über Prana und Pranayama und jedem Yogaschüler und Yoga Lehrer zu empfehlen.

In diesem Video spricht Swami Niranjanananda Saraswati, der Autor des Buches "Prana und Pranayama", über die yogische Wissenschaft Pranayama