Esst, was ihr wollt, aber esst richtig und in vernünftiger Menge

Nur wenig Menschen realisieren, was für eine wichtige Rolle Essen in ihrem Leben spielt. Nur wenn man einmal ganz bewusst auf Essen verzichtet, kann man sehen, wie viele Stunden am Tag mit Einkaufen, Vorbereiten, Essen und Abwaschen verbracht werden.

Früher haben Menschen überall auf der Welt Nahrung zu sich genommen, die auf Getreide aufbaute und Fleisch spielte nur eine sehr kleine Rolle darin. Der Trend, viel Fleisch zu verzehren, hat erst mit diesem Jahrhundert begonnen. Und mit zunehmendem Wohlstand nach dem zweiten Weltkrieg hat sich der Fleischkonsum, die Lust auf exquisite Nahrung und Delikatessen aus aller Herren Länder ungeheuer ausgedehnt. Dies ist nicht nur in den westlichen Ländern auffallend, sondern überall da, wo der westliche Einfluss hingelangen konnte, in der Sowjetunion, Japan, bei der Elite in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Mit der westlichen Technologie werden aber auch die damit im Zusammenhang stehenden Krankheiten in diese Länder importiert, Herzkrankheiten, Diabetes, Hypertonie, Arteriosklerose und Darmkrebs, Verstopfung und Hämorrhoiden.

Unsere Essgewohnheiten unterliegen in großem Maße unseren Gefühlen und werden weniger von intellektueller Überzeugung bestimmt. Mehr und mehr Menschen erkennen, dass das Was und Wie und Wann wir essen im engen Zusammenhang steht mit körperlichem und seelischem Wohlbefinden; immer mehr Menschen verändern aus diesem Grunde ihre Essgewohnheiten. Ausdehnung des Bewusstseins ist die tiefste Essenz von Tantra. Durch Yogaübungen verfeinern wir die Wahrnehmung, und wir können dann die emotionale Beeinflussung von der Wurzel unserer Persönlichkeit her erkennen, ganz besonders die Abhängigkeit von bevorzugter Nahrung. Wir gewinnen mehr Objektivität für unser Essverhalten.

Diese erhöhte Wahrnehmung lässt uns verantwortungsvoller werden für unsere Umgebung, außen und innen, und wir werden durch die erhöhte Sensibilität Nahrung wählen, die unsere physische und vitale Energie steigert. Große Yogis und Heilige haben stets die einfache saisonbedingte Pflanzenkost empfohlen, um Energie und Vitalität zu erhalten. Das galt nicht nur für die Yogis aus Indien, sondern auch für die Zenmeister aus China und Japan, die Buddhisten aus Nepal und Thailand und ebenso für die Essener aus der christlichen Kultur.

Yoga bedeutet Einheit, und für unser elementares Sein bedeutet das, dass unser Körper und unsere Nahrungsaufnahme mit unseren physischen und unseren spirituellen Bedürfnissen im Einklang stehen müssen.

Yoga bedeutet auch, die vergangenen Traditionen mit der modernen Technologie in Einklang zu bringen, östliche und westliche Ess- und Lebensgewohnheiten zu verbinden, das Wissen der Alten mit dem Modernen zu einer Einheit zu führen.

(Aus: YOGA Heft Nr. 13) - von Omraam Mikhael Aivanhov